Aktuelles » Humanae Vitae und Mariatrost
Am 22. September 1968 gaben die österreichischen Bischöfe ihre umstrittene Antwort auf Humanae Vitae. Ein Überblick über die Geschehnisse vor 40 Jahren und darüber, was Humanae Vitae uns heute noch sagen will
Von Dr. theol. Jutta Graf.
1. Ein chronologischer Überblick
2. Die „Pillenenzyklika“
3. Was sagt Humanae Vitae wirklich?
4. War Paul VI. ein Prophet?
5. Ein hohes Ideal – aber nicht unerreichbar
1. Ein chronologischer Überblick
Mit der Veröffentlichung der Enzyklika Humanae Vitae am 25. Juli 1968 begann für die österreichischen Bischöfe eine konfliktträchtige Zeit: Die Pille war bereits seit einigen Jahren auf dem Markt und erfüllte die 68er-Generation mit großen Erwartungen: Endlich würden im Bereich der Sexualität alle Grenzen fallen und endlich würde man Herr über die wachsende Bevölkerungszahl. Auch innerkirchlich erwartete man sich in den Jahren nach dem Konzil große Veränderungen, nicht zuletzt in der Sexualmoral; Autorität und Amt standen schlecht im Kurs. Das „Nein zur Pille“ aus Rom erschien in dieser Situation vielen als reinste Provokation.
Die Bischöfe, die den Inhalt der Enzyklika an das Kirchenvolk vermitteln sollten, befanden sich in einer denkbar misslichen Lage. Am 22. September 1968 konnten sie sich in Mariatrost zu einer gemeinsamen Erklärung durchringen, in welcher sie versuchten beiden Fronten entgegenzukommen. Die Stellungnahme war leider – im wahrsten Sinne des Wortes – widersinnig und hat zu schweren Missverständnissen geführt. Die Bischöfe bekunden einerseits ihre inhaltliche Übereinstimmung mit der Lehre Pauls VI., loben dessen „hohes Leitbild der Ehe“ und bekräftigen, dass die Gläubigen in dieser Angelegenheit dem Lehramt Gehorsam schulden. Im selben Atemzug gestehen sie jedoch denjenigen künstliche Verhütung zu, die meinen, „das lehramtliche Urteil der Kirche nicht annehmen zu können“. Vereinfacht drücken sie damit aus, die Gläubigen täten recht daran ihrem irrenden Gewissen zu folgen. Auf diese Aussage hin verbreitete sich die Meinung, die Kirche überlasse das moralische Urteil über künstliche Empfängnisverhütung einzig den Ehegatten. Heute ist von der Mariatroster Erklärung nur mehr die Abweichung von der päpstlichen Lehre im Bewusstsein der Menschen, die Beteuerungen ihrer Übereinstimmung sind hingegen in Vergessenheit geraten.
Anlässlich des Papstbesuches 1988 haben die österreichischen Bischöfe ihre Stellungnahme zu Humanae Vitae gewissermaßen korrigiert, indem sie in einer Erklärung vom 29. März eingestehen: „Einige Stellen in dieser Erklärung wurden freilich mißdeutet, was zu einer bedenklichen Entwicklung in der Praxis geführt hat. Es konnte nicht die Absicht dieser Erklärung sein, den damals beschriebenen Fall einer von ‚Humanae vitae’ abweichenden Überzeugung als eine allgemeine Erlaubnis zur Anwendung aller empfängnisverhütenden Mittel deuten zu lassen.“
In die öffentliche Diskussion ist Humanae Vitae unter dem Spottnamen „Pillenenzyklika“ eingegangen. Diese Bezeichnung macht deutlich, dass das eigentliche Anliegen der Enzyklika nicht verstanden wurde. Dem Papst ging es keineswegs um Fragen der Verhütungstechnik (die Pille ist nicht ein einziges Mal ausdrücklich erwähnt), sondern um einen menschenwürdigen und erfüllenden Umgang mit der Sexualität. Nicht zu Unrecht sagt man von Humanae Vitae, sie sei die am meisten diskutierte, jedoch am wenigsten gelesene Enzyklika. Das Interesse der Öffentlichkeit konzentrierte sich ausschließlich auf jenen kurzen Abschnitt, der über die „unerlaubten Wege der Geburtenregelung“ spricht. Zu diesen gehören erstens die Abtreibung, die „absolut zu verwerfen“ ist, zweitens die Sterilisierung und drittens „jede Handlung“, die „entweder in Voraussicht oder während des Vollzugs des ehelichen Aktes oder im Anschluss an ihn ... darauf abstellt, die Fortpflanzung zu verhindern.“ Unter dieses Verbot fallen alle Formen künstlicher Verhütung, auch die Pille. Je verkürzter die Enzyklika wahrgenommen wurde, umso verärgerter war der Aufschrei über den vermeintlich erhobenen Zeigefinger des Papstes.
3. Was sagt Humanae Vitae wirklich?
Paul VI. hat die künstliche Verhütung nicht etwa deshalb abgelehnt, weil es ihm Spaß machte Autorität auszuüben, weil er gerne der von ihm selbst eingesetzten Kommission widersprach oder allgemeinen Anstoß erregte. Im Gegenteil, seine Entscheidung war schwierig und lange erwogen. Aber sie war der einzige Weg eines wahrhaft humanen Umgangs mit der Sexualität, welcher dem tiefsten Inneren des Menschen gerecht wird und dem Willen des Schöpfers entspricht. Um die Lehre von Humanae Vitae zu verstehen, sind drei Einsichten grundlegend, die im Folgenden jeweils kurz erläutert werden sollen: Erstens, die Sexualität berührt den Menschen nicht nur oberflächlich, sondern in seinem Wesenskern. Zweitens, die Sexualität ist uns vom Schöpfer geschenkt und muss entsprechend seinen Absichten gebraucht werden. Drittens, die Kirche empfiehlt die Natürliche Empfängnisregelung als Mittel zur verantworteten Elternschaft.
Erstens, die Sexualität berührt den Menschen in seinem Wesenskern. Sie ist keine vorwiegend biologische oder demographische Angelegenheit, sondern sie betrifft Leib, Seele und Geist. Im ehelichen Akt machen Mann und Frau einander das größte Geschenk, das unter Menschen möglich ist. Sie schenken einander sich selber, nicht nur körperlich, sondern mit allem, was sie sind. Ihre Liebe und Hingabe machen sie fähig, an Gottes Schöpfung mitzuwirken und einem neuen Menschen das Leben zu schenken. (Vgl. HV 8) Mit dieser Einstellung vertritt die Kirche eine denkbar hohe Ansicht von der menschlichen Sexualität. Im Vergleich dazu ist unsere moderne Mentalität, welche Sexualität vorwiegend als Mittel zur Lust betrachtet, eine Degradierung. Sicher: Wenn es nur um körperliches Vergnügen geht, ist alles erlaubt, was diesem Ziel dient. Wenn aber die Würde des Menschen und der Liebe, ja die Schöpfung neuen Lebens auf dem Spiel stehen, so muss es wie in allen wichtigen Lebensbereichen Regeln geben. Diese Regeln sind – richtig verstanden – kein Zwang, sondern Richtlinien, die der Entfaltung einer erfüllten Ehe dienen. (Siehe dazu unten: „Ein hohes Ideal – aber nicht unerreichbar“.)
Zweitens, die Sexualität ist ein Geschenk Gottes. Was diese Einsicht bedeutet, ist im Grunde leicht ersichtlich: Obwohl ein Geschenk natürlich ganz demjenigen gehört, dem es anvertraut wurde, darf der Beschenkte nicht willkürlich darüber verfügen. Ein Beispiel: Ein Freund schenkt mir einen wertvollen Gutschein für den Besuch einer Therme, weil er mir Erholung und Entspannung wünscht. Nun gehört der Gutschein zwar mir, aber ich täte dennoch Unrecht, würde ich ihn verkaufen oder weiterschenken. Warum? Weil ein Geschenk immer den Anspruch in sich birgt, der Absicht des Gebers gerecht zu werden. Gott hat – als Schöpfer der Sexualität – für das eheliche Einswerden eine zweifache Absicht: Liebe zu schenken und Leben weiterzugeben. Beim Geschlechtsakt, so wie er vom Schöpfer gedacht ist, gehören die Aspekte der Liebe und der Fortpflanzung untrennbar zusammen. Wer den Akt gezielt unfruchtbar macht, manipuliert das Geschenk der Geschlechtlichkeit gegen die Absicht des Gebers. Ebensowenig entspricht der sexuelle Akt dann dem göttlichen Plan, wenn er nur um der Fortpflanzung willen und ohne Liebe geschieht. Der Mensch darf sich also an seiner Sexualität freuen, so wie Gott sie geschenkt hat. Er hat jedoch nicht das „Recht“ oder den „Anspruch“ sich Lust zu verschaffen, indem er den von Gott vorgesehenen sexuellen Akt eigenmächtig manipuliert. Gerade das geschieht aber bei der künstlichen Verhütung: Man versucht die Aspekte der Liebe und der Fortpflanzung zu trennen und widersetzt sich damit gegen den göttlichen Plan. (Vgl. HV 13)
Drittens, Papst Paul VI. empfiehlt die Natürliche Empfängnisregelung, wenn „gerechte Gründe“ es verlangen im Moment oder auch auf Dauer kein Kind in die Welt zu setzen. Fern davon die Gläubigen zum gedankenlosen Kinderzeugen aufzufordern, ist die Kirche „die erste, die den Einsatz der menschlichen Vernunft anerkennt und empfiehlt.“ (HV 16) Sie anerkennt „Gründe, die sich aus der körperlichen oder seelischen Situation der Gatten oder aus äußeren Verhältnissen ergeben“, um den „ehelichen Verkehr auf die empfängnisfreien Zeiten zu beschränken“ und auf diese Weise die Kinderzahl zu planen. (Ebd.) Es ist ein Mythos, dass die Kirche von den Eheleuten verlange mit jedem Geschlechtsverkehr die Zeugung eines Kindes zu beabsichtigen. Gott selbst hat den weiblichen Zyklus so eingerichtet, dass durch den sexuellen Akt neues Leben nur manchmal geweckt wird. Darum sind die Natürliche Empfängnisregelung einerseits und die künstliche Verhütung andererseits „zwei ganz unterschiedliche Verhaltensweisen: bei der ersten machen die Eheleute von einer naturgegebenen Möglichkeit rechtmäßig Gebrauch; bei der anderen dagegen hindern sie den Zeugungsvorgang bei seinem natürlichen Ablauf.“ (Ebd.) Bei der ersten bleibt der Geschlechtsakt genau das, was er im Schöpfungsplan ist. Er hat von seiner inneren Struktur her die Fähigkeit Leben zu schenken. Bei der zweiten verliert er diese innere Struktur durch gezielte Manipulation; es handelt sich nicht mehr um den gleichen Akt, den Gott für den Menschen gedacht hat, sondern um eine Entstellung.
Wenn der Mensch gegen Gottes Schöpfungsplan handelt, tut er auch sich selbst nichts Gutes. Vor 40 Jahren wurde Paul VI. für seine „Unheilsprophezeiungen“ noch belächelt; heute hingegen stellen viele mit Erstaunen fest, dass sich seine Befürchtungen auf nahezu prophetische Weise bewahrheitet haben. In einem eigenen Kapitel spricht die Enzyklika von den „ernsten Folgen“ der künstlichen Verhütung und nennt in diesem Zusammenhang vor allem vier Punkte: erstens, eheliche Untreue und eine allgemeine Aufweichung der Moral, zweitens, den Verlust an Respekt gegenüber der Frau, drittens, staatliche Zwangsmaßnahmen zur Geburtenkontrolle und viertens, den Wunsch nach unbeschränkter Verfügungsmacht über den eigenen Körper.
Was den ersten Punkt betrifft, ist es schwierig zu bestreiten, dass sich die Moral im Bereich der Sexualität in den letzten vier Jahrzehnten verschlechtert hat. Der Anstieg an vor- und außerehelichem Geschlechtsverkehr, Partnerwechsel, Scheidungen, Teenager-Schwangerschaften, Abtreibungen und geschlechtlich übertragbaren Krankheiten ist statistisch ohne Weiteres nachzuweisen. Die künstliche Verhütung ist sicherlich nicht der einzige Grund für diese Probleme, aber sie eröffnet einen „breiten und leichten Weg“ dorthin (HV 17). Langfristig hat sie einer Mentalität Vorschub geleistet, welche Sexualität und Babys auseinanderdividiert. Sie verspricht „folgenlosen“ Geschlechtsverkehr und fördert dadurch einerseits Promiskuität, andererseits eheliche Untreue mit all ihren Folgen. Weil selbst die sicherste Verhütung eine Zeugung nie zu 100% ausschließt, wird Abtreibung zur notwendigen Rückversicherung.
Weiters befürchtete Paul VI., Männer „könnten die Ehrfurcht vor der Frau verlieren, und, ohne auf ihr körperliches Wohl und seelisches Gleichgewicht Rücksicht zu nehmen, sie zum bloßen Werkzeug ihrer Triebbefriedigung erniedrigen“ (HV 17). Die weitaus häufigste Verhütungsmethode ist nach wie vor die Pille (oder andere hormonelle Mittel), deren teils schwerwiegende körperliche und seelische Nebenwirkungen allein auf der Frau lasten. Zudem ist die Frau durch die Pille für den Mann jederzeit verfügbar; er braucht sich keine Gedanken über ihre Fruchtbarkeit, Wünsche oder Ängste zu machen; mehr oder weniger bewusst degradiert er sie zum Objekt. Nicht ohne Grund hat so manche Frau – selbst in einer an sich funktionierenden Beziehung – das unterschwellige Gefühl benutzt zu werden. Und nicht ohne Grund wenden sich immer öfters sogar Feministinnen gegen die allgemeine Selbstverständlichkeit, mit welcher man Frauen die Pille unterjubelt. Im Zuge der steigenden sexuellen Freizügigkeit sind auch die Prostitution und Pornographie zu einem neuen Höhepunkt gelangt. Hier wird besonders deutlich, wie Frauen zum Werkzeug männlicher Triebbefriedigung herabgewürdigt werden.
Als drittes warnte Paul VI. vor der „gefährlichen Macht“, die den staatlichen Behörden in die Hand gespielt würde. Die Programme zur Geburtenkontrolle in Ländern der Dritten Welt, die selbst vor Zwangssterilisationen nicht zurückschrecken, bestätigen diese Befürchtung. Das Gleiche gilt für die rigorose Bevölkerungspolitik Chinas, die Frauen mitunter zu Abtreibungen zwingt.
Auch die vierte Warnung des Papstes, die Menschen könnten eine uneingeschränkte Verfügungsmacht über ihren Körper und dessen Funktionen einfordern, hat sich heute bestätigt. Der Gedanke ist leider nicht näher ausgeführt, aber hat wohl unter anderem die Sterilisation im Sinn. Aus heutiger Sicht betrifft die vom Papst kritisierte Kontrollgier mehr als die Verhütungsthematik: Die Zeugung im Reagenzglas, das Klonen von Menschen oder gar Chimären, die institutionalisierte Beihilfe zum Selbstmord und die Euthanasie – all dies sind Ausdrucksformen des Wunsches nach einer völligen Verfügungsmacht des Menschen über sich selbst. Paul VI. hat die Wurzeln dieses Machtstrebens erkannt, aus welchem zunächst die Verhütungsmentalität gewachsen ist und welches nach und nach auch die anderen erwähnten Früchte zeigte.
5. Ein hohes Ideal – aber nicht unerreichbar
Die Befürchtungen von Paul VI. haben sich also allesamt als berechtigt herausgestellt. Das eigentliche Ziel der Enzyklika besteht aber nicht darin zu warnen, sondern darin ein hohes Ideal von der ehelichen Liebe zu deuten und zu empfehlen: Diese ist „vollmenschlich“, „sinnenhaft und geistig zugleich“. Sie ist „Liebe, die aufs Ganze geht“, die um des anderen selbst willen liebt. Sie ist „treu und ausschließlich bis zum Ende des Lebens“. Sie ist fruchtbar, weil sie „fortzudauern strebt und neues Leben wecken will“. (HV 9) Gott sei Dank – so muss man aus heutiger Sicht betonen – hat der Papst dem Zeitgeist widerstanden. Hätte er nicht wie ein Fels in der Brandung an diesem Ideal festgehalten, wer hätte es sonst getan? Mittlerweile gibt es wieder junge Ehepaare, die von Herzen froh sind sich an der katholischen Lehre zu orientieren und die das hohe Ideal von Humanae Vitae dankbar in ihrem Leben verwirklichen, nicht weil es ihnen aufgezwungen würde, sondern weil sie auf diese Weise eine tiefe und glückliche Partnerschaft leben können.
Die Lehre von Humanae Vitae in der Praxis zu befolgen heißt zunächst, vor der Ehe enthaltsam zu leben. Weil wirkliche Liebe „aufs Ganze geht“, d.h. weil Mann und Frau einander durch den sexuellen Akt ausdrücken: „Ich schenke mich dir ganz und für immer“, erhält diese intimste Form der Liebe ihre Legitimität erst im Versprechen lebenslanger Treue. Viele – vor allem Frauen, die häufigen Partnerwechsel hatten, sind im Nachhinein traurig über ihre Lebensweise, fühlen sich benutzt, weggeworfen und leer. Wenn ein Kind aus solch einer kurzlebigen Partnerschaft hervorgeht, wird es fast immer als Problem gesehen, nicht als Geschenk. Sind die Eltern hingegen verheiratet, hat es gute Chancen mit Mutter und Vater in stabilen Verhältnissen aufzuwachsen. Die Enthaltsamkeit vor der Ehe erfordert natürlich einen festen Entschluss und Beharrlichkeit. Aber sie stärkt den Charakter und lässt die Liebe wachsen, bis die Entscheidung zum vorbehaltlosen „Ja“ in der Ehe heranreift.
Für verheiratete Paare heißt die Lehre von Humanae Vitae, den ehelichen Akt so zu leben, wie er von Gott gedacht ist: als vollmenschlichen, treuen und ausschließlichen Vollzug der Liebe, der von seiner inneren Struktur her für neues Leben offen ist. Das bedeutet unter anderem, den Akt nicht durch künstliche Verhütungsmittel zu manipulieren. Wohl aber sollen die Eheleute, wenn es gute Gründe gibt, durch Natürliche Empfängnisregelung ihre Kinderzahl regulieren. Als Gegenargument wird oft die vermeintliche Unsicherheit natürlicher Methoden vorgeschoben – zu Unrecht – denn die sympto-thermale Methode nach Dr. Josef Rötzer erzielt mittlerweile nachweislich eine Sicherheit, die jene der Pille übertrifft. Darüber hinaus verursacht sie weder Kosten noch unangenehme Nebenwirkungen, wie etwa die Pille.
Natürlich ist die zeitweilige Abstinenz nicht immer einfach. Sie verlangt von beiden Seiten Selbstbeherrschung, sowie das nötige Vertrauen, um über sexuelle Belange offen sprechen zu können. Doch gerade diese Herausforderung kann großen Gewinn bringen. Viele Ehepaare bezeugen, dass sie dadurch im gegenseitigen Respekt, in der Kommunikationsfähigkeit und letztlich in der Liebe enorm gewachsen sind. Sie zeigen durch ihr Beispiel, dass Humanae Vitae nicht ein lustfeindlicher, sondern ein menschenfreundlicher Text ist: Er bewirbt genau das, was dem Menschen in seinem Inneren entspricht, was ihm gut tut und ihn glücklich macht. 40 Jahre danach ist es höchste Zeit das Anliegen der Enzyklika aufzugreifen und – selbst gegen den Widerstand der vorherrschenden Verhütungsmentalität – zu vertreten und aktiv zu verbreiten.
Foto: cms.graztourismus.at
